Montag, Dezember 18, 2017
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TIM1Anwenderbericht

Kabelzuschneideanlagen für den wachsenden B2B-Elektronikdistributor TIM

Nicht nur im Konsumerbereich sondern auch bei Industriegütern verzeichnet der Handel über das Internet einen rasanten Anstieg. Davon profitieren vor allem Distributoren wie das polnische Unternehmen TIM. Um die gestiegenen Anfragen im Bereich Kabel- und Leitungen mit einer 24 Stunden Liefergarantie landesweit bedienen zu können, haben die Elektronikspezialisten in den letzten Jahren bei der Konfektionierung aufgerüstet und planen dieses auch in Zukunft zu tun. Dabei bedienen sie sich der Kabelzuschneideanlagen von Kabelmat, die zunehmend automatisierter werden.


Seit 1987 bedient TIM SA (Technology, Innovation, Mobility) aus dem polnischen Siechnice den polnischen Markt zunächst mit Produkten und Dienstleistungen aus dem Bereich Mess- und Regeltechnik, ab 1990 zusätzlich mit elektrischem und elektronischem Portfolio. Heute erwirtschaften die 450 Mitarbeiter einen geplanten Umsatz in 2014 von rund 470 Millionen Zloty, das sind derzeit gut 110 Millionen Euro, wobei der Onlinehandel stetig zunimmt. Die 30 Filialen dienen heute nur noch zur technischen Kundenbetreuung ohne angeschlossene Lagerhaltung wie das früher der Fall war. Bestellt der Kunde bis 15 Uhr, wird die Ware am nächsten Tag aus dem zentralen Logistikzentrum in Siechnice landesweit ausgeliefert. 55 Prozent der Bestellungen werden per Internet generiert – Tendenz steigend.

„Täglich verlassen unser Haus durchschnittlich 2000 Bestellungen vom einzelnen Kabel bis zum Schaltschrank“, sagt Maciej Posadzy, Mitglied der Geschäftsleitung und COO bei TIM SA. Das an der polnischen Börse gelistete Unternehmen beliefert ausschließlich den polnischen Markt. „Unser Zentrallager umfasst eine Innenfläche von 10.000 Quadratmetern und eine Freifläche von ca. 25.000 Quadratmetern, beschreibt der COO die Lagerkapazität. Etwa 20.000 Quadratmeter nimmt dabei die Lagerfläche für Kabel und Leitungen ein.

Nichtautomatisierter Teil in Minderheit

In der Halle stehen 1800 Plätze für Kabeltrommeln im Hochregallager zur Verfügung, die von automatischen Regalbediengeräten bedient werden. Diese versorgen vollautomatisch die derzeit drei teilautomatisierten Kabelzuschneidestationen, indem sie die auf Paletten liegenden Kabeltrommeln der Anlage zuführen. Die neue Umwickelanlage mit automatischer Trommelbestückung AUTOLOG gestattet die Verarbeitung von Trommeln mit einem Durchmesser von bis 1600 mm. Die Kabelzuschneideanlagen bezieht TIM schon seit 2007 von der Kabelmat Wickeltechnik GmbH in Glatten, einem Tochterunternehmen der HELUKABEL Gruppe. Der Marktführer bei Wickelsystemen für die Kabel- und Leitungsindustrie bietet nahezu alle Geräte und Maschinen zum Lagern, Wickeln und Ablängen von Kabeln und Leitungen, Stahlseilen, Rohren, Schläuchen und Profilen.

Bei der für TIM gelieferten AUTOLOG-Anlage handelt es sich um eine „Trommel zu Maschine“-Ausführung. Hier wird die Kabeltrommel vom Regalbediengerät an die Maschine gebracht, die sie automatisch aufnimmt. Dazu erfolgt zunächst ein Vermessen des Trommeldurchmessers. Zwei Pinolenarme heben die Trommel in die Maschine, wo sie entsprechend ihrer zuvor ermittelten Abmessungen automatisch eingespannt wird. Dann folgt der nicht automatisierte Teil: Der Bediener führt das Kabel von Hand durch das Messsystem und befestigt es am sogenannten Aufwickler. Anschließend verschließt er die Schutzeinrichtungen und betätigt die Starttaste. Über das Lagerverwaltungssystem werden die Daten des vorzunehmenden Schnittes der Steuerung mitgeteilt, so dass die Maschine nach dem Aufwickeln der jeweiligen Länge stoppt. Der Bediener löst den Schnitt per Tastendruck aus und das Kabel wird abgeschnitten. Der Prozess wird automatisiert beendet: Nach Aufwickeln des Restkabels bringt das Regalbediengerät die Trommel automatisch ins Lager zurück.

Sicherheit als oberstes Gebot

„Es gibt viele Hersteller solcher Kabelzuschneidanlagen auch in Polen, aber unsere Maschinen sind – ausgestattet mit Sicherheitslichtschranken und Schutzzäunen – die sichersten und das ist auch gut so“, sagt Manfred Wößner, Vertriebsleiter bei der Kabelmat Wickeltechnik GmbH. „Denn die Anlagen sind während des Betriebs sehr gefährlich. Würde sich beispielsweise  eine fünf Tonnen schwere Trommel plötzlich aus ihrem Arbeitsprozess lösen, kann sie schnell für den Mitarbeiter zu einer sehr großen Gefahr werden“, gibt Wößner zu bedenken. Zudem bieten wir einen sehr hohen Automatisierungsgrad, der sich mit vielen Anlagen besonders von kleinen Anbietern nicht vergleichen lässt“, sagt der Schwarzwälder stolz.

Technik Made in Germany

Die digitale Antriebstechnik der Kabelzuschneider besteht aus Elektroservomotoren mit geregelten Frequenzumrichtern. Die Trommel wird dabei nicht wie oft üblich am Flansch sondern über die Mitte angetrieben. Das gestattet einen besseren Rundlauf. In einer Anlage sind bis zu zehn Antriebsregler mit Profinet-Schnittstellen für die Fernwartung eingebaut. Übers Internet lässt sich so der Maschinenzustand analysieren, so dass Wartungsmaßnahmen rechtzeitig ergriffen werden können. In beiden Maschinen befinden sich Ultraschallsensoren, die den Trommeldurchmesser erfassen und an die Steuerung weitergeben. „Hohe Geschwindigkeiten bei optimaler Zugkraftsteuerung ist neben der Sicherheit das zweitwichtigste Merkmal“, sagt Wößner. „Wir fahren hier Geschwindigkeiten bis zu 250 Meter pro Minute.“

Ein weiterer Vorteil ist die Zugkraftregelung mit dem eingebauten Kabelspeicher. Eine spezielle Funktion in dieser Speichertechnik reguliert die Zugkraft beim Wickeln von empfindlichen Kabeln. Der Speicher fungiert als Puffer; er synchronisiert Abwickler und Aufwickler, um die Zugkräfte gering zu halten. „Hier haben wir ein Alleinstellungsmerkmal“, so Wößner. „Bei den neuen Maschinen haben wir die digitale Antriebstechnik noch mal verbessert, um die Zugkräfte auf die Kabel, speziell bei direktem Umwickeln noch genauer auf die Abwicklung abzustimmen.“ Eine Verschiebetechnik gestattet zudem das Wegfahren des Speichers für direktes Umwickeln, was bei dickeren und steiferen Kabel erforderlich ist. Aufgewickelt wird auf sogenannte Ringwickler für kleinere Längen oder Trommelwickler für größere Kommissionierungen. „Unsere Maschinen verfügen über ein nach PTB- (Physikalisch Technische Bundesanstalt) Vorgaben geeichtes Längenmesssystem und zwar mit europaweiter Gültigkeit“, so der Vertriebsleiter stolz. Das sei bei anderen Anbietern nicht ganz selbstverständlich. Hier gebe es viele schwarze Schafe und schließlich möchte der Kunde ja genau die Länge geliefert bekommen, die er auch bestellt hat.

Alle relevanten Daten wie Konfektionslänge oder Restschnittlänge werden per Datenaustausch zwischen Maschine und Logistikwarehouse-System übermittelt. „Wichtig ist auch die Datenübergabe von der Trommelförderstrecke anderer Hersteller zu den Maschinen. „Hier haben wir alle nötigen Schnittstellen für den Datenaustausch geschaffen“, so Wößner. „Wir schätzen sehr die Möglichkeit, alle Datensysteme miteinander koppeln zu können, so dass unsere EDV mit dem Lagersystem unserer Kunden kommuniziert.“, betont Posadzy. „All diese Schnittstellen lassen sich zudem sehr einfach steuern.“

Kleine Zuschnitte in der Überzahl

„Je effizienter die Maschinen arbeiten, desto besser, schneller und mit weniger Personalaufwand können wir unsere Kunden betreuen, die natürlich auf den Preis gucken“, erläutert Posadzy die Gründe, welche für die Auswahl von Kabelmat sprechen: „Die Schnitte dürfen also nicht zu teuer werden, was einen möglichst hohen Automatisierungsgrad erfordert. Außerdem haben wir mit diesen Maschinen einen sehr hohen Verfügungsgrad. Sie sind sehr sicher, wir erfreuen uns eines guten Services und verzeichnen somit wenig Ausfall, obwohl die Anlagen rund um die Uhr im Einsatz sind. So können wir Kundenwünsche schneller als unsere Mitbewerber erfüllen.“

Die Produktivität der neuen Anlagen liegt sechs bis sieben Mal höher als bei den alten Anlagen. Bezüglich des breiten am nächsten Tag lieferbaren Angebots ist TIM in Polen bereits heute konkurrenzlos. Der COO sieht das Geschäft hin zu kleineren, genaueren Kommissionierungen auch künftig wachsen. Am Tag werden bis zu 800 Schnitte vorgenommen. Schon heute werden etwa 80 Prozent der Zuschnitte in Ringen ausgeliefert. „Das ist ein sehr hohes Verhältnis, bei uns in Deutschland liegen wir bei etwa 60 Prozent“, kommentiert Wößner anerkennungsvoll die Zahl. Im nächsten Jahr werden wir anbauen und neben eines aktuell laufenden Auftrags drei weitere Kabelzuschneideanlagen bei Kabelmat bestellen, die 2016 in Betrieb gehen sollen“, schließt Posadzy seine Ausführungen.

Statements:

TIM6
Maciej Posadzy, Mitglied der Geschäftsleitung und COO bei TIM SA: „Wir pflegen eine langjährige strategische Partnerschaft mit Kabelmat, die auf einer vertrauensvollen Zusammenarbeit basiert. Informationsaustausch und Service sind sehr gut.

TIM7
Manfred Wößner, Vertriebsleiter bei der Kabelmat Wickeltechnik GmbH: „Die Sicherheit steht bei uns an erster Stelle und ist auf dem bestmöglichen Stand. Je automatisierter solche Anlagen werden, desto mehr müssen sie die Maschinenbediener schützen“.

Bilder:

Bild oben: Verlegeaufbau der UMROL 1250  mit Längenmessgerät, hydraulischem Kabelabschneider und motorisch zentral einstellbaren Führungsrollen mit Kabelrücklaufsperre

TIM2
Die AUTOLOG Anlage bestehend aus UMROL 1250 mit Folienabwickler für das Einwickeln der Kabeltrommel und RINGROL 800 mit Abbindegerät (nicht abgebildet)

TIM3
Trommelaufwickler UMROL 1250 mit automatischer Kabelverlegung, eichfähigem Längenmessgerät mit Vorwahlzähler und Datenschnittstelle. Touchpanel für Dateneingabe und Meldetexten

TIM4
Horizontaler Ringaufwickler RINGROL 800 mit automatischer Kabelverlegung, pneumatischem Kabelabschneider, eichfähigem Längenmessgerät mit Vorwahlzähler und Datenschnittstelle. Touchpanel für Dateneingabe und Meldetexten

TIM5
Schematische Darstellung der Umwickelanlage AUTOLOG mit automatischer Trommelzuführung und Trommelaufnahme. Diese Anlage ist mit einem Ringaufwickler und einem Trommelaufwickler ausgestattet.


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