Mittwoch, September 20, 2017
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IMG 0205Anwenderbericht

Greifer für Organobleche, empfindliche Oberflächen und eine hochprozentige Anwendung

Der Stand von Gimatic verwandelte sich auf der Kunststoffmesse K 2013 in einen Fanblock von zwei Seiten: Auf der einen Seite wurden Kunden und Fachbesucher von drei Jahrzehnten Fußballgeschichte in ihren Bann gezogen, auf der anderen Seite überzeugte ein Vakuumgreifer für Organobleche neben vielen weiteren Greifer-Neuheiten. Kunden wie Prautec, Gerhardi und Hahn Automation gaben zudem Einblicke in die Zusammenarbeit mit dem Mechatroniker, der sie nicht nur durch hälftige Lieferzeiten überzeugt. Last but not least erfuhren wir, was ein Fußball-Weltmeister von der umstrittenen Technik im Tor hält.

Technikfans konnten am 17. Oktober auf der Kunststoffmesse K auf Tuchfühlung mit ihren Fußballidolen gehen: Hautnah waren die ehemaligen Spitzensportler mit Offensivspieler des FC Schalke 04 Rüdiger (Abi) Abramczik, Flankengott Klaus Fischer, Libero Matthias Herget und Weltmeister Olaf Thon am Nachmittag auf dem Messestand der Gimatic Vertrieb GmbH aus Bodelshausen zu erleben. Dabei konnten Kunden und Fachbesucher beim Fachsimpeln die eine oder andere Brücke zwischen Technik und Fußball schlagen.

Messe-Highlight: Greifer für Organobleche

Geschäftsführer Johannes Lörcher lüftete nun auch das vorab gehütete Geheimnis um die Komponenten für das Handeln von Organoblechen: In einer Kooperation mit Krauss Maffei hat Gimatic einen Vakuumgreifer aus Teflon entwickelt, der Teile im kalten ebenso wie im warmen Zustand sicher handeln kann. „Bisher waren solche Teile hauptsächlich im Sportartikelbereich zu finden“, sagt Lörcher. „Mehr und mehr kommen nun industrielle Anforderungen hinzu, insbesondere aus der Automobilindustrie. Hier werden die Composite-Werkstoffe einzeln oder in Lagen im heißen Zustand in Formen eingelegt und anschließend umspritzt.“ Dieses Umspritzen ist technologisch sehr kompliziert und in Serienanwendungen beispielsweise bei Sportschuhen oder Skibindungen etabliert. „Unser Greifer kann flächig sehr heiße Materialien bis zu 300 °C aufnehmen. Ein dazwischengeschaltetes flexibles Element gleicht entstehende Axialkräfte aus. Die Aufnahme des Greifers ist mit einer heute üblichen Verrippung ausgestattet. Das besondere an unserem Greifer ist die Ausführung der Lippe, die im warmen bis heißen Zustand noch flexibel agiert“, so Lörcher. Die Bauweise ermöglicht es Gimatic, individuell auf Formatgrößen und finale kundenspezifische Erfordernisse in der Anwendung zu reagieren.Die früher oft benutze Technik der Nadelgreifer hatte zudem den Nachteil, dass die Nadeln die Oberflächenstrukturen der zu greifenden Teile zerstört haben. Das gehöre nun der Vergangenheit an. Das vorgestellte und getestete System hat bei einschlägigen Anwendern in der Branche, wie bei forschenden Universitäten bereits eine positive Resonanz hervorgerufen.

Hochglanzlackiertes bei Gerhardi

„Unsere Zusammenarbeit ist noch ganz frisch, wir sind erst seit Oktober 2012 Kunden von Gimatic“, sagt Rafael Radziej, Projekteinkauf bei der Gerhardi Kunststofftechnik GmbH in Lüdenscheid. Das bereits 1796 gegründete Unternehmen ist heute in der Automobilindustrie tätig. „Wir spritzen Kunststoffbauteile und veredeln diese mit Chrom- oder hochglanzlackierten Oberflächen. Man könnte auch sagen: Das meiste, das am Fahrzeug glänzt, kommt von uns“, beschreibt Radziej das Geschäft seines Unternehmens, das vor Jahrhunderten mit der Herstellung von Bestecken begann. Heute baue man die meisten Kühlerschutzgitter für die Premiummarken der Automobilisten.

Gimatic hat im Rahmen seines ersten Auftrags für Gerhardi aufwendige Entnahmegreifer und Angussabtrennungen für den neuen VW Passat gefertigt. „Das Know-how der Entnahmehand liegt in der Oberflächenbeschichtung der Konturaufnahme und in der Formstabilität im Stützmaterial, die unsere empfindlichen Kunststoffbauteile nicht beschädigen dürfen“, so Radziej. „Mit diesem Entnahmegreifer konnten wir Schwierigkeiten beseitigen und die Zykluszeit der Spritzgussmaschine reduzieren.“

Stefan Barzyk, Teamleiter Projekteinkauf bei Gerhardi, ergänzt: „Gimatic zeichnet sich durch einen guten Service, schnelle Reaktionszeiten und seine innovativen Lösungen aus. Die Zusammenarbeit in dem Projekt, welches heute übrigens erfolgreich abgeschlossen wurde, lief bislang hervorragend und die Kommunikation ist bestens. Auch die Distanz konnte mittels Konstruktionsgespräche über das Internet problemlos überbrückt werden.“ Außerdem habe Gimatic schon allein durch seine Lieferzeiten mit derzeit sechs Wochen ein Alleinstellungsmerkmal und liefere damit etwa halb so schnell wie seine Wettbewerber.

Radziej vergleicht den Fallrückzieher von Klaus Fischer mit der beschriebenen Anwendung folgendermaßen:
„Das Bauteil wird erkannt, ‚fällt‘ aus dem Werkzeug und der Entnahmegreifer macht mit dem Bauteil einen Rückzieher aus dem Werkzeug.Nur durch ein Zusammenspiel von Situation erfassen, Können und Cleverness konnte Fischer so viele Traumtore schießen. Gespiegelt daran kann Gimatic dank vorausschauender Zusammenarbeit, Know-how und Innovation so außergewöhnliche Lösungen entwickeln.“

Achtzig plus für Prautec

„Wir fanden 2009 zueinander“, freut sich Mario Lange, Geschäftsführer der Prautec GmbH, Wunstorf. „Seitdem sind wir nicht nur zufriedener Kunde sondern fühlen uns Gimatic mittlerweile auch in einem engen partnerschaftlichen Verhältnis verbunden.“ Die Aufgabenspanne und die Anforderungen in Fragen der optischen Prüfung, des Automatisierungsengineerings sowie der Mess- und Regeltechnik seien heute so vielfältig, dass der Automatisierungsspezialist inzwischen dankbar auf die gesamte Produktpalette von Gimatic zurückgreift: darunter Lineareinheiten, Linearführungen, Parallelgreifer, Innengreifer, Dreheinheiten und Sensoren. Allen gemeinsam seien Flexibilität, Zuverlässigkeit und hohe Lebensdauer.

„Eines unserer wichtigsten gemeinsamen Projekte war die Lieferung einer Entgratungsanlage an GKN Sinter Metals“ so der Geschäftsführer. Die aus acht Stationen bestehende Anlage wurde gebaut, um Verdampfer-Aufnahmen zu bürsten – sowohl als Diesel- als auch als Benzinvariante. Beim Prozess des Bürstens wird der Flittergrat eines jeden Bauteils präzise entfernt und das Bauteil sauber entgratet. Geliefert werden die Verdampfer-Aufnahmen an die Firma Webasto, wo sie in die Standheizungen der größten Automarken verbaut werden. „Die Entgratungsanlage besteht übrigens aus über 80 Prozent der Produkte von Gimatic“, erstaunt Lange.

Der leidenschaftliche Amateur-Fußballer bewundert übrigens Matthias Herget für die Nervenstärke, die er bei seinem legendären Elfmeter-Hattrick bewiesen hatte. „In einem Ligaspiel gleich dreimal hintereinander einen Elfmeter gegen einen erstklassigen Torhüter zu verwandeln, ist eine starke Leistung, die so schnell wohl nicht wiederholt werden wird“, so Lange. Rüdiger Abramczik war aus seiner Sicht ein legitimer Nachfolger der Schalker Legende ‚Stan‘ Libuda, ohne dem Klaus Fischer niemals so erfolgreich gewesen wäre. Wobei Klaus Fischer wohl seine größte Bewunderung verdient: „In der letzten halben Stunde des Länderspiels, das Fischer endgültig in die Fußballgeschichtsbücher geschrieben hat, habe ich als zehnjähriger neben meinem Vater nur noch staunend und mit offenem Mund vor dem Fernseher gesessen. In den folgenden Wochen haben wir dieses spätere Jahrhunderttor immer und immer wieder versucht nachzustellen. An Olaf Thon denkt Lange noch heute regelmäßig, denn sie feiern jedes Jahr am gleichen Tag Geburtstag.

Über sieben Brücken

Präzision, Effizienz, Lebensdauer, Zusammenspiel, Kommunikation, Innovation und Qualität sind die sieben Brücken, die an diesem sportlichen Messetag von der Technik zum Fußball geschlagen wurden. „Bei uns Fußballern spielen die präzise Ballannahme und das innovative Zusammenspiel eine große Rolle“ sagt Klaus Fischer. Nur mit der gut trainierten Technik des Fußballers würde der Ball Mitspieler für Mitspieler schlussendlich im Tor landen. Hier spiele zudem die Feinmechanik eine große Rolle: je qualifizierter der Sportler desto feiner seine ‚mechanischen Eigenschaften‘. „Und desto besser seine Präzision“, wirft Matthias Herget ein. „Je besser wir trainieren, desto genauer können wir schießen“, sagt der Libero. Die Toleranz eines Zuspiels über etwa 30 Meter sieht er übrigens bei einem Meter Durchmesser.

„Doch jede Präzision sei erfolglos, würde sie nicht in einer gewissen Schnelligkeit erfolgen“, sagt Rüdiger Abramczik und verweist auf die wichtige Komponente Kondition, die ähnlich wie die Lebensdauer von Greifer-Komponenten eine große Rolle spiele. Eines jedoch identifiziert der Offensivspieler als völlig unterschiedliches Merkmal zwischen Technik und Fußball: „Während Maschinen immer gleich funktionieren, haben wir mit der Schwäche Menschlichkeit zu kämpfen. Wir sind nicht fehlerfrei, lassen uns nicht programmieren und sind oft auch abhängig von unserer Stimmung und Umfeld“.

Zum krönenden Abschluss reihten sich die Fußballprofis, die übrigens alle noch – auch gemeinsam – spielen, „afterfair“ unter die geladenen Gäste des Gimatic-Kundenevents im Medienhafen Düsseldorf ein. Dabei hatten die Kunden dann ausgiebig Gelegenheit mit den aufgeschlossenen Fußballern über alte und neue Fußball-Zeiten zu diskutieren. Hier trafen wir beispielsweise Michael Frank, Geschäftsführer der Hahn Automation Components GmbH, Reinheim: „Wir sind bereits seit vielen Jahren Kunde bei Gimatic und setzen hauptsächlich die auf unsere Linearachsroboter abgestimmten Handachsen ein, partizipieren aber auch von dem Know-how bei der Entwicklung unserer kundenspezifischen Handhabungsanwendungen. So konnten wir beispielsweise in unserer Sparte der Standardroboter gemeinsam ein Robotergreifer-System entwickeln, welche gleichzeitig die nachhaltigste, gemeinsame Zusammenarbeit darstellt“, sagt Frank.

Olaf Thon befürchtet in dem Zusammenhang schmunzelnd: „Hoffentlich gibt es nicht irgendwann Roboter, die Fußball spielen und die menschlichen Schwächen ausschalten“. Die Technik habe ja heute schon umfassend Einzug im Fußball gehalten: „Die Spieler kommunizieren während des Spiels, indem Sie auf ihren unterschiedlichen Positionen in der Mannschaftsaufstellung miteinander verkabelt sind und sich auf vorgegebenen Laufwegen bewegen. Das gleiche geschieht mit einem Greifer, der für eine bestimmte Handling Aufgabe programmiert ist und mit der Steuerung in Verbindung steht. Der Weltmeister war übrigens schon immer für die umstrittene Technik im Tor und würde sogar noch einen Schritt weitergehen: „Der vierte offizielle Mann müsste mit einem Bildschirm ausgestattet sein und in Verbindung mit den Schieds- und Linienrichtern stehen. So sollte er ihnen die Entscheidung anhand seiner Einschätzung innerhalb von wenigen Sekunden erleichtern, ob ein Tor gefallen ist oder nicht. Solch eine Technik sieht Thon in zehn Jahren als Standardeinrichtung.

SPS IPC Drives Halle 3, Stand 546

 

Bilder:
Bild oben: Drei Jahrzehnte Fußballgeschichte beim Kickern

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v. l.: Klaus Fischer, Olaf Thon, Rüdiger Abramczik und Matthias Herget am Nachmittag auf dem Messestand von Gimatic
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Am Gimatic-Stand der K 2013 ließen sich viele Brücken zwischen Fußball und Technik schlagen.
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Stefan Barzyk (l.) und Rafael Radziej sind die Vertreter des Automobilzulieferers und Neukunden Gerhardi.
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Geschäftsführer Mario Lange von Prautec GmbH fühlt sich mit Gimatic mittlerweile eng partnerschaftlich verbunden.
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Neuer Greifer für das Handling von Organoblechen agiert kalt wie 300 °C heiß gleichermaßen gut.

 

 

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Kontakt:

Gimatic Vertrieb GmbH
Linsenäcker 18
72379 Hechingen          

Tel.: 07471/96015-0, Fax: 07471/96015 19                                                   

E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, Web: www.gimaticvertrieb.de

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